Ausstellung
Sebastian Mundwiler
Sebastian Mundwiler (geb. 1978 in Arlesheim, lebt und arbeitet in Basel), der über eine Ausbildung als Stauden- und Kleingehölzgärtner und über ein Kunststudium verfügt, konzipiert für die Ausstellung „Über die Metapher des Wachstums“ eine botanische Führung in unmittelbarer Nähe zum Kunsthaus Baselland.
Seine konzeptuellen Überlegungen folgen den vor Ort vorhandenen Pflanzen, wobei sowohl über die ortsspezifischen Gegebenheiten, die das Wachstum der Pflanzen ermöglichen reflektiert wird, wie auch über die kulturell bedingten Hintergründe, welche diesen Pflanzen ihr Überleben sichern. Die Orte für die Führung sind keine typischen, von Stadt- oder Landschaftsgärtnern konzipierte Böschungen, Beete oder Territorien, sondern vielmehr Orte, an denen die Natur eher als fremd oder als Eindringling erscheint. Sebastian Mundwiler interessieren dabei v. a. die komplexen Beziehungen zwischen den Verhältnissen von Pflanzen zur Gesellschaft und umgekehrt. Seine Überlegungen gehen Fragestellungen nach wie „was wächst wo?“, „wo wächst was? und „warum stehe ich gerade darauf?“. Der Künstler untersucht das Zusammenspiel von Mensch, Gesellschaft und Natur. Oft ist nicht ganz klar, wo Natur anfängt oder aufhört. In unmittelbarer Umgebung vom Kunsthaus Baselland treffen der Stadt- und der Landkanton aufeinander. Der Fluss „Birs“, der die beiden Kantone trennt, ist auf städtischer und ländlicher Seite – je nach kantonalem Entscheid – anders gestaltet. Während auf der Seite des Kantons Baselland hohe Bäume stehen, wildes Gestrüpp vorhanden ist und die Wanderwege aus Erde und Steinen bestehen, ist auf städtischer Seite der Gehweg asphaltiert und die Bepflanzung stark reguliert. Den Künstler interessiert dabei nicht die politisch bedingte Diskrepanz, sondern vielmehr die Aufschlüsselung eines menschlichen Verhaltens, welches er in direkter Auseinandersetzung mit der jeweiligen Umgebung nachgeht. Mundwiler möchte mit seiner Fokussierung auf die Umgebungswahrnehmung auf ein System aufmerksam machen, welches sich nicht einfach mit bipolaren Werten unterscheiden lässt. So kann ein Biotop manchmal einem Heterotop entsprechen, je nachdem von welcher Seite aus es betrachtet wird.

















