Ausstellung
Marisa Argentato und Pasquale Pennacchio
Das Video „Modern Relics“ (2008) von Marisa Argentato & Pasquale Pennacchio (IT, geb. 1977/1979, leben in Berlin) bezieht sich auf Pier Paolo Pasolinis berühmten Film „La Ricotta“ (1962). Erzählt wurde darin von einer Filmproduktion zur Passion Christi und gleichzeitig vom ausschweifenden und korrupten Leben, das sich am und hinter dem Filmset abspielt.
Pasolini ging es um die Falschheit der filmischen Illusion im Vergleich zur Realität ihrer Produktion, die selbst jedoch ebenfalls nur im Film existiert. In der Eingangsszene von „La Ricotta“ sind zwei Männer mit freiem Oberkörper zu sehen, die vor einem reich gedeckten Tisch zu einem Schlager tanzen. Im Video von Argentato & Pennacchio wird genau diese Szene auf eine illegale italienische Müllkippe verlagert. An die Stelle des überladen gedeckten und an Stillleben aus dem 17. Jahrhundert erinnernden Tisches bei Pasolini treten Reste und Abfälle, moderne Hinterlassenschaften, vielleicht die Altlasten der Moderne. In der Arbeit „Do it just“ (2008) thematisieren die Künstler den Handel mit Kopien von Markenwaren und stellen das Besitz-Bedürfnis des Konsumenten, den Schäden für die Wirtschaft gegenüber. Neun Nike-Jacken wurden in einer Firma in Neapel mit jeweils unterschiedlichen symmetrischen Mustern gefälscht. Argentato & Pennacchio thematisieren Produktionsbedingungen und Zusammenhänge von Arbeit, Geld und Wertschöpfung und damit verbundene Versprechen auf ein Vorankommen des Individuums.

















