Sonntag 28. November 2010 — Sonntag 09. Januar 2011

Regionale 11

Ausstellung

Renée Levi

Renée Levis (*1960 in Istanbul, lebt in Basel) Spray-Arbeiten, die den wichtigsten Werkkomplex der letzten Jahre bilden, entstehen aus dem inneren Dialog zwischen Levi, der Künstlerin, und Levi, der ausgebildeten Architektin mit dem Seitenblick auf soziokulturelle Kontexte. Der Dialog aus doppelter Perspektive ist analytisch und emotional, entscheidend für die stets selbstbewusste Präsenz ihrer grossen markierenden Interventionen. (...)

Diese Kunst passt sich nicht domestiziert ihrer Umgebung an, sondern wirkt deutlich verändernd auf deren Identität ein. Neue Räume werden aufgetan, keine illusionistischen Bildräume, sondern Raumbilder und Farbräume, stimulierende Reizzonen, Kräftefelder, energiegeladene Denkräume. Levi erzeugt sie mit dem Instrument der Spraydose, die sie in einem gleichsam tänzerischen Vorgang und mit einem, in variablen Rhythmen vollzogenen Duktus führt. Während des körperlich performativen Akts bespielt sie in wenigen Stunden weite Wandflächen, Paneele oder Papierbahnen. So klein der Aufwand an Zeit und Material, so gross die Wirkung. Die Arbeiten sind Würfe, Würfe im wörtlichen Sinn, denn mit der Sprühkraft des Treibgases setzt sich die Farbe schwebend leicht auf die Oberfläche der Malgründe auf, auch auf solche, die keinen Pinselauftrag halten würden. Ein Charakter der Vorläufigkeit und Vergänglichkeit haftet diesen Strukturen aus Luft und Farbe an, als wollten sie nicht ewig und unwandelbar einen Ort besetzen, als wären sie schwerelos wie fliegende Teppiche vorübergehend an einem geeigneten Ort gelandet. (Jacqueline Burckhardt) Seit 2010 arbeitet Renée Levi mit anderen experimentellen Malereiutensilien, wie Putzlappen, die aufgespannt zum Pinsel werden. Mit ihnen führt sie fort, was im gesprayten Bild seit vielen Jahren zum Einsatz kam.


Renée Levi, Ohne Titel, 2010, Kunsthaus Baselland
Renée Levi, Ohne Titel, 2010, Kunsthaus Baselland