Sonntag 28. November 2010 — Sonntag 09. Januar 2011

Regionale 11

Ausstellung

Gerda Steiner/Jörg Lenzlinger

Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger (*1967 Etiswil/*1964 in Uster, leben in Langenbruck) sind ein Künstlerpaar. Sie arbeiten seit 1997 an gemeinsamen Projekten. Gerda Steiner ist als Autorin raumgreifender Wandmalereien bekannt, deren geschwungene Linien und kräftige Farben an die psychedelischen Muster der 60er Jahre erinnern.

Jörg Lenzlinger hat sich auf den experimentellen Umgang mit industriell hergestelltem Harnstoff spezialisiert, der unter seiner Präparation zu bunten Tropfsteingebilden und kristallinen Landschaften abscheidet. Gemeinsam entwickeln sie grossräumige, vielteilige Installationen, kleine Wunderländer, die ihre Geschichten mit verspieltem Charme und ironischem Augenzwinkern erzählen. (Andreas Münch) Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland zeigt zwei Einzelarbeiten, die jeweils von einer Maske bestimmt sind. „Handygott“ ist aus einer afrikanischen Maske mit zahlreichen Handys anstelle von Haaren zusammengesetzt. Die Skulptur spielt sowohl mit der Omnipräsenz von Mobiltelephonen, welche die Welt erobert haben, als auch als technische Wundermittel in Teilen Afrikas eine gottähnliche Verehrung erfahren. Der „Halbe Hausgeist“ hingegen scheint einer profaneren Welt zu entspringen. Sein Gesicht aus einer Kokosnuss geschnitzt, lächelt er an oberster Stelle der hängenden Installation dem Betrachter entgegen. Mehrere kleiner Geweihe, mit Fell überzogene Äste, Plastikfiguren, Plastikblumen, Knochen und eine Flosse charakterisieren seinen Körper. Unklar bleibt, inwiefern diese einzelnen Utensilien auch vom Geist selbst eingesetzt werden können.


Steiner/Lenzlinger, Halber Hausgeist, 2008, Kunsthaus Baselland
Steiner/Lenzlinger, Halber Hausgeist, 2008, Kunsthaus Baselland
Rechts: Steiner/Lenzlinger, Handygott, 2008, Kunsthaus Baselland