Sonntag 28. November 2010 — Sonntag 09. Januar 2011

Regionale 11

Ausstellung

Claudia und Julia Müller

Das Werk von Claudia und Julia Müller (*1964 und *1965, leben in Basel) hat sich aus der Zeichnung auf Papier entwickelt, jedoch schon seit Mitte der 1990er Jahre den Raum erobert. Riesige Wandzeichnungen verwandeln in Kombination mit Collagen und skulpturalen Objekten, mit Video oder Alltagsgegenständen die Ausstellungsräume in vielschichtige Erzählräume.

Ausgehend von einem Fundus an medialen Bildern und Fotos, zu denen auch eigene Familienfotos gehören, haben sie ein Oeuvre entwickelt, das humorvoll und kritisch zugleich kulturelle Kontexte untersucht und Fragen nach den Mechanismen von Identitätsbildung und Prägung stellt. (…) Dabei geht es stets um Beziehungen, Verhaltensmuster, Posen und Rollenspiele, um die Annäherung an den Anderen. Die Künstlerinnen schaffen mit einem anthropologisch sensibilisierten Blick bühnenartige, allegorische Inszenierungen, in denen sich die menschliche Sehnsucht nach naturnahen Spiel- und Lebensformen spiegelt und manifestiert. (Beate Ermacora) Den zentralen Raum in ihrer Wandinstallation nimmt eine monumentale Rückenfigur ein, die sich selbst umarmt. Umgeben wird sie von farbigen Linien, welche die Bewegungsandeutung und Dynamik der Figur zuspitzen. Hinzu kommen weisse Gipsreifen, die an die Säulen gelehnt, sowohl an Hula-Hoop Spiele der Kindheit als auch an eine kompositionelle absolute geometrische Form erinnern.


Claudia und Julia Müller, Habitus vs. Habitat, 2009/10, Kunsthaus Baselland