Sonntag 28. November 2010 — Sonntag 09. Januar 2011

Regionale 11

Ausstellung

Cécile Hummel

Bei Cécile Hummel (*1962 in Basel, lebt in Basel) sind Zeichnen und Fotografieren gleichermassen experimentelle Formen. (…) Hummels künstlerische Praxis – Zeichnen und Fotografieren – fokussiert den Vorgang des Sehens selbst: Der seismische Charakter der Zeichnung lässt sich auf den dokumentarischen Index der Fotografie ein und beide scheinen die Möglichkeit authentischer Darstellung zu thematisieren.

Soll die Fotografie in der gängigen Auffassung auf einen bestimmten Blick von äusseren Erscheinungen rekurrieren und diesen festhalten, sucht die Zeichnung den Fokus auf die inneren Vorgänge zu richten und diese zu erkunden. In den Arbeiten von Cécile Hummel verlagern sich gerade diese Zuschreibungen mit jedem weiteren Bild: In vielen Zeichnungen wird durch die Grauwerte der Gouache und das Übereinanderzeichnen ein Prozess des Analysierens von Gegenständen, Räumen und Erinnerungsvorgängen sichtbar. In diesem Sinne verspricht die Zeichnung das Dokumentieren von inneren und äusseren Bildern sowie ihrer unterschiedlichen materiell fingierten Zustände. Dahingegen schälen manche Fotografien das Subjektivistische geradezu heraus: Davon sprechen die Wahl der Ausschnitte, der Standpunkt und damit die Präsenz der Fotografierenden sowie die aufgenommenen Orte, Plätze und Strassen, die durch das Fotografische zu Bildern des Traums und des Begehrens werden. (Maja Naef)


Cécile Hummel, Wunsch-Ordnungen, 2010, Kunsthaus Baselland